Preisverleihung-campus³-Preis-2025: Joachim Heintze überreicht den Gewinner:innen der sechsten Ausschreibungsrunde auf der Bühne des Bauwelt Kongresses ihre Urkunden.

Die Verlei­hung des campus³-Preises 2025 auf dem Bauwelt Kongress

Studen­ti­sche Ideen für einen zukunfts­wei­senden Hoch­schulbau

Bauen beginnt mit dem zukünf­tigen Bedarf und den Bedürf­nissen der Menschen“. So eröff­nete Joachim Heintze, geschäfts­füh­render Gesell­schafter der rheform, die Verlei­hung des dies­jäh­rigen campus³-Preises. Die rheform – Entwick­lungs­Ma­nage­ment GmbH hat 2025 bereits zum sechsten Mal einen campus³-Preis ausge­schrieben. Er richtet sich an Studie­rende der baufach­li­chen Diszi­plinen (wie Archi­tektur, Städ­tebau und Bauin­ge­nieur­wesen) die sich mit dem Campus der Zukunft beschäf­tigen wollen.

Bei der Preis­ver­lei­hung im Rahmen des Bauwelt Kongresses in Berlin nahmen Anne Kleiber, Marah Alta­rawneh und Nawras Almasri ihre Urkunden entgegen. Anschlie­ßend hatten sie die Möglich­keit, einige ihrer Ideen mit dem Publikum im Konzert­saal der Univer­sität der Künste zu teilen.

Insge­samt 5000 Euro Preis­geld vergibt die rheform – Entwick­lungs­Ma­nage­ment GmbH an Studie­rende, deren Entwürfe eine klare Vision vom Lehren, Lernen, Arbeiten und Forschen der Zukunft entwi­ckeln und daraus passende Funk­tionen und eine räum­lich-bauliche Form ableiten. In diesem Jahr vergab die Jury einen ersten Preis in der Kate­gorie Campus­ent­wick­lung und einen weiteren ersten Preis in der Kate­gorie Archi­tektur.

Die Preisträger:innen 2025

1. Preis Campus­ent­wick­lung (3000 Euro)

Der erste Preis in der Kate­gorie Campus­ent­wick­lung ging an Anne Kleiber von der Tech­ni­schen Hoch­schule Lübeck für den Entwurf „Lehr­campus Hamburg Wandsbek“. Das Entwurfsthema war auch Betrach­tungs­ge­gen­stand ihrer Bache­lor­ar­beit.

1. Preis Archi­tektur (2000 Euro)

Der erste Preis in der Kate­gorie Archi­tektur wurde an Marah Alta­rawneh und Nawras Almasri von der Hoch­schule Darm­stadt vergeben. Ihr Entwurf trägt den Titel „WiSo Hub“ und entstand im Rahmen eines Master­se­mi­nares.

Campus und Wohnen in Hamburg, Zusam­men­ar­beit und studen­ti­sches Leben in Darm­stadt: Die Gewin­ner­ent­würfe 2025

Erster Preis Campus­ent­wick­lung: „Lehr­campus Hamburg Wandsbek“

Ein Gewer­be­ge­biet im Hamburger Stadt­teil Wandsbek: relativ zentral gelegen, ein früherer Indus­trie­standort, geprägt vom Fluss­lauf der Wandse im Norden und einer zentralen, sechs­spu­rigen Magis­trale. Aktuell stehen hier Einfa­mi­li­en­häuser neben großen Gewer­be­bauten und Erho­lungs­orte am Fluss­ufer werden durch stark verkehrs- und lärm­be­las­tete Bereiche kontras­tiert. Anne Kleiber gelingt es in ihrem Entwurf, trotz dieser Heraus­for­de­rungen Wohnen und Lehre harmo­nisch in dem Gebiet zu verzahnen.

In ihrer städ­te­bau­li­chen Vorlage entschleu­nigt sie den Stra­ßen­raum, schafft eine Achse für Fußgänger und Fahr­rad­fahrer sowie Innen­höfe und Grün­flä­chen mit Aufent­halts­qua­lität. Die Grund­risse und Struk­turen sind bewusst flexibel gehalten, um jetzt und in Zukunft verschie­dene Nutzungs­arten zu ermög­li­chen. Klei­bers erklärtes Ziel war es, ein Gebäude zu schaffen, „das unter­schied­liche Funk­tionen aufnehmen kann und lang­fristig und nied­rig­schwellig wandelbar bleibt“. Dieser Leit­ge­danke hat auch die Jury über­zeugt.

Aus der Würdi­gung der Jury

Die Jury würdigte die zentrale Behand­lung der Aspekte Vision und Funk­tion, mit denen die Verfas­serin für alle mögli­chen Nutzungs­arten des Gebäudes Lösungen anbietet. Die hoch­bau­liche Antwort der Verfas­serin ist konse­quent aus ihrer städ­te­bau­li­chen Vorlage abge­leitet und denkt diese strin­gent weiter. Die städ­te­bau­liche Perspek­tive, die der Entwurf vertritt, bewer­teten die Juror:innen darüber hinaus als aktuell gesell­schaft­lich beson­ders rele­vant.

Erster Preis Archi­tektur: „WiSo Hub“

Nach­hal­tig­keit, Flexi­bi­lität und Funk­tio­na­lität: Diese drei Prin­zi­pien stehen im Zentrum der Campus­stra­tegie der Hoch­schule Darm­stadt – und damit auch im Zentrum des Entwurfes von Marah Alta­rawneh und Nawras Almasri. Im Rahmen eines Master­se­mi­nares war es ihre Aufgabe, ein neues Gebäude für den Fach­be­reich Wirt­schaft und Soziale Arbeit auf dem Campus der Hoch­schule Darm­stadt zu entwerfen. Ihr „WiSo Hub“ knüpft an die Tradi­tion des Darm­städter Bausys­tems an, das bereits in den 1960er-Jahren den Fokus auf Flexi­bi­lität und Erwei­te­rungs­mög­lich­keiten der Baukörper setzte.

Alta­rawneh und Almasri verstehen ihr Gebäude als „leben­digen Orga­nismus, der sich ständig verän­dert, anpasst und mit seiner Umge­bung verknüpft“. Flexible Lern­pods, Semi­nar­räume, Projekt­flä­chen und Rück­zugs­ni­schen ermög­li­chen verschie­dene Arbeits­weisen und doppel­ge­schossig konzi­pierte Räume lassen sich für verschie­dene Nutzungen anpassen. So kann das Gebäude in Zukunft auf geän­derte Bedarfe der Nutzer:innen reagieren und bleibt über seinen Lebens­zy­klus hinweg nach­haltig nutzbar.

Aus der Würdi­gung der Jury

Die Jury hob positiv hervor, dass der „WiSo Hub“ unter­schied­liche Raum­kon­fi­gu­ra­tionen mit viel­fäl­tigen Nutzungs­mög­lich­keiten zulässt. Den Verfasser:innen gelingt es, durch die Ausein­an­der­set­zung mit der Bestands­ar­chi­tektur eine kluge Brücke zwischen Vergan­gen­heit und Zukunft zu schlagen.

Reserven nutzen und schaffen: Ideen für ein nach­hal­tiges Bauwesen auf dem Bauwelt Kongress und beim campus³-Preis

Die Preis­ver­lei­hung fand in diesem Jahr zwischen Vorträgen zum Thema „Reserve“ statt.  Architekt:innen und Städtebauer:innen aus aller Welt stellten auf dem Bauwelt Kongress Ansätze vor, wie sich die gegen­wär­tigen Heraus­for­de­rungen der Baubranche bewäl­tigen lassen. Plat­ten­bauten, aus denen mit möglichst wenig Abriss und Abfall Einfa­mi­li­en­häuser werden, ein Winter­zirkus, der als Veran­stal­tungs­lo­ca­tion einen neuen Lebens­zy­klus beginnt oder Häuser aus dem 3‑D-Drucker sind nur einige der vielen guten Ideen, um bestehende Reserven zu nutzen oder neue Rück­lagen für zukünf­tige Gene­ra­tionen zu schaffen.

Die Gewinner:innen des campus³-Preises ergänzten den Kongress mit ihren Entwürfen perfekt: Denn wenn es um die Zukunft der Archi­tektur und des Städ­te­baus geht, dann sollten immer auch die mitreden, die sie bald entwi­ckeln, planen und reali­sieren werden. Eine unserer wich­tigsten Reserven sind und bleiben die krea­tiven, zukunfts­wei­senden Visionen von jungen Architekt:innen und Stadtplaner:innen.

Aus dieser Über­zeu­gung heraus werden wir auch im nächsten Jahr wieder gemeinsam mit der Bauwelt und dem Deut­schen Hoch­schul­ver­band einen campus³-Preis ausschreiben.

2026 wird es neben der bekannten hoch- bzw. städ­te­bau­li­chen Aufga­ben­stel­lung auch einen Essay-Sonder­preis geben, bei dem es um die Wech­sel­wir­kung zwischen Orga­ni­sa­tion, Mensch und Raum geht. Der Sonder­preis richtet sich an Studie­rende aller Diszi­plinen, die sich beschrei­bend mit dem Lehren, Lernen, Forschen und (Zusammen)arbeiten der Zukunft beschäf­tigen. Im Zentrum steht die Frage, welche Anfor­de­rungen Räume erfüllen müssen, um den Bedarfen ihrer zukünf­tigen Nutzer:innen gerecht werden zu können.

Weitere Infor­ma­tionen folgen. Wie in den Jahren zuvor wird die Bauwelt auch 2025 die Entwürfe der Gewinner:innen im Detail vorstellen.

Preisverleihung-campus³-Preis-2025: Die Gewinnerinnen der sechsten Ausschreibungsrunde vor der Ausstellung ihrer Pläne in der Universität der Künste Berlin (Bauwelt Kongress).
Die Gewinner:innen des campus³-Preises 2025 vor der Ausstel­lung ihrer Entwürfe im Foyer der Univer­sität der Künste. V. l. n. r. : Nawras Almasri, Marah Alta­rawneh und Anne Kleiber

Weitere Infor­ma­tionen:

Fotos: Erik-Jan Ouwer­kerk (@ouwerkerkfoto)

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