Transformationsbegleitung Wirkstatt evangelisch - Foto von Claudia Schirduan (rheform) bei der Townhall-Veranstaltung zwischen zwei Bildschirmen am Rednerpult.

Trans­for­ma­ti­ons­be­glei­tung für die “Wirk­statt evan­ge­lisch”

Vorbe­rei­tung auf die neuen Arbeits­welten der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kirche in Bayern

1+1+1 = Wir“ – unter diesem Leit­ge­danken entsteht derzeit auf dem neuen Evan­ge­li­schen Campus Nürn­berg (ECN) in einem ehema­ligen Post­ge­bäude ein beson­derer Ort der Zusam­men­ar­beit: die „Wirk­statt evan­ge­lisch“. Mitte 2026 ziehen hier drei zentrale Einrich­tungen der Evan­ge­lisch-Luthe­ri­schen Kirche in Bayern (ELKB) zusammen: das Amt für Jugend­ar­beit, die Gemein­de­aka­demie und das Amt für Gemein­de­dienst.

Gemeinsam schaffen sie einen Raum für inno­va­tive Formen des Arbei­tens, Lernens und Begeg­nens. Auf dem ECN teilen sich die Mitar­bei­tenden künftig flexible Flächen, statt in persön­lich zuge­wie­senen Büros zu sitzen – ganz im Sinne der Future-of-Work-Prin­zi­pien. Die „Wirk­statt evan­ge­lisch“ steht so nicht nur für einen neuen Ort, sondern auch für eine neue Haltung: offen, vernetzt und gemein­schaft­lich.

Damit diese Haltung im Alltag wirksam wird, braucht es eine bewusste Verän­de­rung auch auf orga­ni­sa­to­ri­scher Ebene. Bei diesem Schritt hat die rheform – Work­place­In­n­voa­tion GmbH die ELKB mit einer Trans­for­ma­ti­ons­be­glei­tung und im Kommu­ni­ka­ti­ons­ma­nage­ment unter­stützt.  In einer Town­hall-Veran­stal­tung hat Projekt­lei­terin Claudia Schir­duan gemeinsam mit Nina Kauf­mann und Banu Dasargöl die gesamte Beleg­schaft auf die räum­li­chen Verän­de­rungen einge­stimmt.

Neue, flexible Raum­mo­dule für viel­fäl­tige Arbeits­weisen: die Arbeits­welten auf dem ECN

Große Einzel­räume, wuch­tige Schreib­ti­sche, hohe Akten­schränke und sehr viel Mate­rial: So sah es bisher in den Büros der betei­ligten Einrich­tungen aus. Die Struktur der neuen Arbeits­flä­chen ist dagegen viel offener. Die unter­schied­li­chen Module haben die Nutzer:innen der Wirk­statt in mehreren Work­shops selbst erar­beitet. Neben klas­si­schen Basis­ar­beits­plätzen laden jetzt abwei­chende Tisch­kon­stel­la­tionen in „Flex­räumen“ zu Zusam­men­ar­beit oder konzen­trierter Einzel­ar­beit ein. Außer den Bespre­chungs- und Tagungs­räumen sind Sozi­al­be­reiche wie eine Kaffee­küche für den zwang­losen Austausch auf der Fläche vorhanden.

Die Raum­va­ri­anten im Gebäude sind so viel­fältig wie die Menschen, die sie nutzen. Die Mitar­bei­tenden des Jugend­amtes arbeiten sehr kreativ und flexibel und sind viel unter­wegs. Die Ange­stellten aus der Verwal­tung und Buch­hal­tung sind dagegen fast immer vor Ort und brau­chen in der Regel ein ruhiges, bestän­diges Umfeld. All diese Bedürf­nisse benö­tigen ihren Raum, genauso wie Fußball­tore, Flyer, Mode­ra­ti­ons­ma­te­ria­lien und die übliche Büro­aus­stat­tung wie Ordner, Drucker und Taschen­rechner.

Möblie­rungs- und Gestal­tungs­kon­zept: Die Kirche und ihre Arbeits­welten auf dem Weg in die Zukunft

Das rheform-Team hat die Möblie­rungs­pla­nung und das Gestal­tungs­kon­zept für diese Flächen über­nommen. Dabei haben sich die Gestal­te­rinnen vom neuen Logo der Wirk­statt inspi­rieren lassen: Das Hashtag symbo­li­siert für die Wirk­statt Vernet­zung, Krea­ti­vität und Spiri­tua­lität. In Zeiten rück­ge­hender Mitglied­schaften und damit sinkender Ressourcen braucht es neue Lösungen, um die Kirchen­ge­mein­schaft lebendig zu halten.

Deshalb möchte die ELKB mit der Wirk­statt ein Netz­werk schaffen, das auf kirch­li­chen Werten basiert, aber mit zeit­ge­mäßen Ideen Rich­tung Zukunft geht. Diese Idee spie­gelt sich auch in der neuen Arbeits­welt wider, die die rheform – Work­place­In­no­va­tion GmbH gestaltet.

Das Mobi­liar ist bewusst flexibel gehalten, damit es von den Nutzer:innen umge­stellt und nach Bedarf verwendet werden kann. So gibt es zum Beispiel White­board-Stell­wände auf Rollen, verschieb­bare Stau­raum­mo­dule und Vorhänge, mit denen sich Räume für unter­schied­liche Settings anpassen lassen. Die Anfor­de­rungen der Nutzer:innen  an die Fläche standen während des gesamten Gestal­tungs­pro­zesses im Fokus.

Fragen beant­worten und Ängste nehmen: Ziele der Town­hall-Veran­stal­tung

Für die rund 100 Mitar­bei­tenden, die in das ECN-Gebäude einziehen, ist der Umzug eine große Umstel­lung: Das bringt viele Fragen mit sich. Auf diese Fragen einzu­gehen und sie zu beant­worten, war eines der Ziele der Town­hall-Veran­stal­tung. „Man muss den Leuten die Angst vor dem Neuen und Unge­wissen nehmen. Dazu müssen sie verstehen, wie ihre neuen Arbeits­welten funk­tio­nieren“, meinte Claudia Schir­duan.

Viele Fragen waren orga­ni­sa­to­ri­scher Natur:

  • Wie buche ich einen Schreib­tisch?
  • Wo kann ich meine Büro­ma­te­ria­lien lagern?
  • Wo kann ich mich zurück­ziehen, wenn ich ein vertrau­li­ches Tele­fonat führen will?

Anliegen wie diese konnten die Nutzer:innen während der gesamten Veran­stal­tung über einen QR-Code an die Mode­ra­to­rinnen über­mit­teln. Das Team der rheform – Work­place­In­no­va­tion GmbH hat die anony­mi­sierten Einrei­chungen in einer Präsen­ta­tion gesam­melt und am Ende der Veran­stal­tung die am häufigsten gestellten Fragen beant­wortet.

Look&Feel: Neue Raum­arten kennen­lernen und richtig nutzen

Mit einem 3‑D-Film bekamen die zukünf­tigen Nutzer:innen einen ersten Über­blick darüber, wie ihr neues Arbeits­um­feld aussehen wird. Bei einem „Look and Feel“ konnten sie ihre neuen Arbeits­welten auch schonmal anfassen: Stoff‑, Teppich- und Tape­ten­muster der zukünf­tigen Arbeits­welt waren im Raum ausge­legt.

Die neuen Modul­arten waren mit ihrer geplanten Möblie­rung auf Flip­charts im Raum ausge­stellt. Mit einem Ampel­system aus grünen, gelben und roten Klebe­punkten konnten die Nutzer:innen bewerten, wie gut und zweck­mäßig sie die vorge­schla­gene Möblie­rung finden. Im Falle von vielen roten Punkten wären noch Ände­rungen an der Möblie­rung möglich gewesen. Das vorge­schla­gene Konzept der rheform-Gestal­te­rinnen wurde aber sehr positiv aufge­nommen und mit viel gelb und grün bewertet.

Aufbauend auf dem Feed­back der Nutzer:innen gilt es jetzt, in einem Work­shop Spiel­re­geln für die Nutzung der Fläche fest­zu­legen. Denn „Raum allein bringt noch keine gute Zusam­men­ar­beit hervor“, sagte Claudia Schir­duan, „doch wenn er richtig genutzt wird, kann er Menschen helfen, ihr Poten­zial zu entfalten und mitein­ander Großes zu bewegen“.

Fazit und Ausblick: Betei­li­gung und Kommu­ni­ka­tion als Schlüssel

Während bei einer Stim­mungs­um­frage am Anfang der Veran­stal­tung noch viel Unsi­cher­heit spürbar wurde, fühlten sich die Mitar­bei­tenden der Wirk­statt danach deut­lich besser infor­miert. „Der Groß­teil freut sich jetzt auf den Umzug und die neue Fläche“, so Claudia Schir­duan. Auch Change-Coach Banu Dasargöl zieht ein posi­tives Resümee: „Eine gute Gesprächs­kultur und die Betei­li­gung der Mitar­bei­tenden sind Teil des Wandels. So schafft man Vertrauen“.

Das ist den Trans­for­ma­ti­ons­be­glei­te­rinnen der rheform gelungen. Für sie hat der Tag gezeigt, was alles möglich ist, wenn Kommu­ni­ka­tion, Raum­ge­stal­tung und Kultur zusammen gedacht werden. Auch das Projekt­team auf Kirchen­seite war mit dem Ergebnis der Veran­stal­tung sehr zufrieden und freute sich, dass seine Mitar­bei­tenden sich jetzt gut auf den Umzug vorbe­reitet fühlen.

Mitte 2026 sollen die Nutzer:innen in das neue Gebäude umziehen. Das Team der rheform – Work­place­In­no­va­tion GmbH kümmert sich bis dahin um die Möbel­aus­schrei­bung, Bemus­te­rung und Umzugs­pla­nung.

Fotos und Rende­rings: rheform

Mehr zur Wirk­statt evan­ge­lisch: www.wirkstatt-evangelisch.de

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