campus³-Preis: Jurysitzung 2026 in Bonn
Die Gewinner:innen des Entwurfspreises und Essay-Sonderpreises stehen fest
Gemeinsam mit dem Fachmagazin „Bauwelt“ und dem Deutschen Hochschulverband (DHV) zeichnet die rheform – EntwicklungsManagement GmbH seit 2019 den campus³-Preis für Hochschularchitektur aus. Neu hinzu kam in diesem Jahr ein Essay-Sonderpreis für Visionen zur Sharing Economy in der Hochschulwelt. In Bonn tagten zwei Jurys an zwei aufeinander folgenden Tagen. Nach intensiven Diskussionen setzten sich drei Entwürfe und ein Essay durch.

Von der Nutzung zur Architektur: Warum beim campus³-Preis nicht das Gebäude am Anfang steht
„Ein Hochschulbau, der nicht funktioniert, ist überflüssig“. Dieser Leitsatz prägt für rheform-Geschäftsführer Joachim Heintze seine Beratungspraxis genauso wie den campus³-Preis. Seiner Erfahrung nach funktioniert ein Hochschulgebäude nur dann, wenn die Anforderungen seiner späteren Nutzer:innen bereits in der Planung berücksichtigt werden.
„Beim campus³-Preis geht es nicht zuerst um Räume oder Gebäude. Ich möchte bei Studierenden der baufachlichen Disziplinen das Bewusstsein dafür schärfen, wie sich Menschen durch geplante Gebäude bewegen, im Tagesverlauf und über die Jahre hinweg, wenn sich die Anforderungen an Lehre, Lernen und Arbeiten verändern“, so Joachim Heintze.
In den bisherigen Wettbewerbsrunden rückte dieser Aspekt seiner Einschätzung nach häufig hinter Fragen der Form zurück. Mit dem Essay-Sonderpreis wurde er ausdrücklich in den Mittelpunkt der Ausschreibung gerückt. Hier sollten sich Studierende mit den Wechselwirkungen zwischen Raum und sozialem Miteinander neuer Lehr‑, Lern- und Arbeitswelten auseinandersetzen. Keine leichte Aufgabe, denn die Anforderungen an Forschung und Lehre verändern sich häufig schneller als die Gebäude, in denen sie stattfinden.
Essay-Sonderpreis 2026: Visionen für die Hochschule der Zukunft
Die Jury des Essaypreises tagte hybrid im Sitzungssaal des Deutschen Hochschulverbandes. Sie vereinte Expertise aus Soziologie, Wissenschaftskommunikation, Hochschulentwicklung, Nutzungsplanung und Architektur. Juryvorsitzende war Prof. Dr. Heike Delitz, die an der Universität Regensburg zum Verhältnis von Raum und Gesellschaft forscht. Dr. Matthias Jaroch, Chefredakteur von „Forschung und Lehre“ beim Deutschen Hochschulverband und Boris Schade-Bünsow, Chefredakteur der Bauwelt, brachten Perspektiven aus Wissenschafts- und Architekturkommunikation ein. Christian Saller von der Universität Zürich ergänzte die Jury um den Blick auf die räumliche Organisation und Nutzung von Hochschulen, Joachim Heintze um seine langjährige Erfahrung in der Campustransformation und Hochschulentwicklung.
Die eingereichten Essays näherten sich dem Thema aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Die Spannweite reichte von der Hochschule als performativer Bühne über die Idee einer stark vernetzten Dorfgemeinschaft bis hin zu offenen Zukunftsräumen oder einem Medium des Sozialen. Im Mittelpunkt der Aufgabenstellung stand die Frage, wie Sharing-Konzepte die sozialen und räumlichen Strukturen von Hochschulen verändern können. Dementsprechend beschäftigten sich einige Essays grundsätzlicher mit Fragen der Campuskonzeption sowie der Wissensaneignung und Wissensvermittlung. Die Entscheidung fiel auf einen Beitrag, der die Anforderungen der Ausschreibung nach Auffassung der Jury am konsequentesten umsetzte.
Jurysitzung 2026: Große Themenvielfalt beim Entwurfspreis
Von München und Stuttgart über Darmstadt, Köln und Berlin bis nach Kärnten: Die diesjährigen Einreichungen zum campus³-Preis kamen aus Hochschulen in Deutschland und Österreich. Die freie Themenwahl spiegelte sich in einer großen Bandbreite der eingereichten Projekte wider. Das Spektrum reichte von der Transformation bestehender Hochschulgebäude über Konzepte für studentisches Wohnen bis zur Nachnutzung ehemaliger Industriebauten.
Nach dem ersten Bewertungsrundgang verblieben acht Entwürfe in der engeren Auswahl. Die Jury unter der Leitung von Prof. Markus Hammes entschied sich im letzten Durchgang für drei preiswürdige Arbeiten.
Bekanntgabe der Gewinner:innen auf dem Bauwelt Kongress 2026
Die ausgezeichneten Studierenden und ihre Arbeiten werden Ende November vorgestellt. Auf dem Bauwelt Kongress am 26. und 27. November im Kino International in Berlin findet die Preisverleihung für den Entwurfs- und Essaypreis statt. Dort sind auch die prämierten Entwürfe zu sehen.