campus³-Preis: Jury­sit­zung 2026 in Bonn

Die Gewinner:innen des Entwurfs­preises und Essay-Sonder­preises stehen fest

Gemeinsam mit dem Fach­ma­gazin „Bauwelt“ und dem Deut­schen Hoch­schul­ver­band (DHV) zeichnet die rheform – Entwick­lungs­Ma­nage­ment GmbH seit 2019 den campus³-Preis für Hoch­schul­ar­chi­tektur aus. Neu hinzu kam in diesem Jahr ein Essay-Sonder­preis für Visionen zur Sharing Economy in der Hoch­schul­welt. In Bonn tagten zwei Jurys an zwei aufein­ander folgenden Tagen. Nach inten­siven Diskus­sionen setzten sich drei Entwürfe und ein Essay durch.

Gruppenfoto der Jury während der Jurysitzung 2026 zum campus³-Preis vor den ausgestellten Wettbewerbsbeiträgen und Projektpräsentationen.
Die dies­jäh­rige Jury des Entwurfs­preises. V. l. n. r.: Boris Schade-Bünsow (Bauwelt), Philipp Dittrich (Bundesamt für Bauwesen Berlin), Markus Hammes (IU Inter­na­tio­nale Hoch­schule, Jury­vor­sitz 2026), Claudia Schwei­gele (DHV) und Joachim Heintze (rheform).

Von der Nutzung zur Archi­tektur: Warum beim campus³-Preis nicht das Gebäude am Anfang steht

„Ein Hoch­schulbau, der nicht funk­tio­niert, ist über­flüssig“. Dieser Leit­satz prägt für rheform-Geschäfts­führer Joachim Heintze seine Bera­tungs­praxis genauso wie den campus³-Preis. Seiner Erfah­rung nach funk­tio­niert ein Hoch­schul­ge­bäude nur dann, wenn die Anfor­de­rungen seiner späteren Nutzer:innen bereits in der Planung berück­sich­tigt werden.

„Beim campus³-Preis geht es nicht zuerst um Räume oder Gebäude. Ich möchte bei Studie­renden der baufach­li­chen Diszi­plinen das Bewusst­sein dafür schärfen, wie sich Menschen durch geplante Gebäude bewegen, im Tages­ver­lauf und über die Jahre hinweg, wenn sich die Anfor­de­rungen an Lehre, Lernen und Arbeiten verän­dern“, so Joachim Heintze.

In den bishe­rigen Wett­be­werbs­runden rückte dieser Aspekt seiner Einschät­zung nach häufig hinter Fragen der Form zurück. Mit dem Essay-Sonder­preis wurde er ausdrück­lich in den Mittel­punkt der Ausschrei­bung gerückt. Hier sollten sich Studie­rende mit den Wech­sel­wir­kungen zwischen Raum und sozialem Mitein­ander neuer Lehr‑, Lern- und Arbeits­welten ausein­an­der­setzen. Keine leichte Aufgabe, denn die Anfor­de­rungen an Forschung und Lehre verän­dern sich häufig schneller als die Gebäude, in denen sie statt­finden.

Essay-Sonder­preis 2026: Visionen für die Hoch­schule der Zukunft

Die Jury des Essay­preises tagte hybrid im Sitzungs­saal des Deut­schen Hoch­schul­ver­bandes. Sie vereinte Exper­tise aus Sozio­logie, Wissen­schafts­kom­mu­ni­ka­tion, Hoch­schul­ent­wick­lung, Nutzungs­pla­nung und Archi­tektur. Jury­vor­sit­zende war Prof. Dr. Heike Delitz, die an der Univer­sität Regens­burg zum Verhältnis von Raum und Gesell­schaft forscht. Dr. Matthias Jaroch, Chef­re­dak­teur von „Forschung und Lehre“ beim Deut­schen Hoch­schul­ver­band und Boris Schade-Bünsow, Chef­re­dak­teur der Bauwelt, brachten Perspek­tiven aus Wissen­schafts- und Archi­tek­tur­kom­mu­ni­ka­tion ein. Chris­tian Saller von der Univer­sität Zürich ergänzte die Jury um den Blick auf die räum­liche Orga­ni­sa­tion und Nutzung von Hoch­schulen, Joachim Heintze um seine lang­jäh­rige Erfah­rung in der Campus­trans­for­ma­tion und Hoch­schul­ent­wick­lung.

Die einge­reichten Essays näherten sich dem Thema aus sehr unter­schied­li­chen Perspek­tiven. Die Spann­weite reichte von der Hoch­schule als perfor­ma­tiver Bühne über die Idee einer stark vernetzten Dorf­ge­mein­schaft bis hin zu offenen Zukunfts­räumen oder einem Medium des Sozialen. Im Mittel­punkt der Aufga­ben­stel­lung stand die Frage, wie Sharing-Konzepte die sozialen und räum­li­chen Struk­turen von Hoch­schulen verän­dern können. Dementspre­chend beschäf­tigten sich einige Essays grund­sätz­li­cher mit Fragen der Campus­kon­zep­tion sowie der Wissens­an­eig­nung und Wissens­ver­mitt­lung. Die Entschei­dung fiel auf einen Beitrag, der die Anfor­de­rungen der Ausschrei­bung nach Auffas­sung der Jury am konse­quen­testen umsetzte.

Jury­sit­zung 2026: Große Themen­viel­falt beim Entwurfs­preis

Von München und Stutt­gart über Darm­stadt, Köln und Berlin bis nach Kärnten: Die dies­jäh­rigen Einrei­chungen zum campus³-Preis kamen aus Hoch­schulen in Deutsch­land und Öster­reich. Die freie Themen­wahl spie­gelte sich in einer großen Band­breite der einge­reichten Projekte wider. Das Spek­trum reichte von der Trans­for­ma­tion bestehender Hoch­schul­ge­bäude über Konzepte für studen­ti­sches Wohnen bis zur Nach­nut­zung ehema­liger Indus­trie­bauten.

Nach dem ersten Bewer­tungs­rund­gang verblieben acht Entwürfe in der engeren Auswahl. Die Jury unter der Leitung von Prof. Markus Hammes entschied sich im letzten Durch­gang für drei preis­wür­dige Arbeiten.

Bekannt­gabe der Gewinner:innen auf dem Bauwelt Kongress 2026

Die ausge­zeich­neten Studie­renden und ihre Arbeiten werden Ende November vorge­stellt. Auf dem Bauwelt Kongress am 26. und 27. November im Kino Inter­na­tional in Berlin findet die Preis­ver­lei­hung für den Entwurfs- und Essay­preis statt. Dort sind auch die prämierten Entwürfe zu sehen.

Jury­sit­zung zum campus³-Preis 2025 in Bonn

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Jury­sit­zung 2020: campus³-Preis

Das Preis­ge­richt vergibt zusätz­lich einen Aner­ken­nungs­preis.